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Was soll das mit diesem ständigen Vergleichen?

Warum es uns gerade in der Hochzeitsbranche so schwer fällt, Abstand zu unseren Mitbewerber:innen zu finden und wir uns damit selbst am meisten Leid zufügen.


Ich weiß noch genau, wie stark sich dieser innere Druck angefühlt hat, als ich 2019 begonnen habe, in die Hochzeitswelt einzutauchen. 

Ich hatte plötzlich das Gefühl, ich müsste mir ein Kostümchen zulegen. Einen Hosenanzug. Irgendetwas Elegantes, Glattes, Unauffälliges. Ich dachte, ich müsste mich dieser rosa Hochzeitsbubble in ihrer ganzen Perfektion angleichen, um hier überhaupt ernst genommen zu werden. Dass meine Haare immer perfekt sitzen müssen. Dass meine Nägel aussehen sollten, als käme ich frisch von der Maniküre. Dass mein gesamter Auftritt möglichst „hochzeitskompatibel“ sein muss.


Im Außen scheint alles perfekt. Die anderen wirken so sicher in ihrem Auftritt. Ihre Angebote sind teurer. Ihre Kommunikation klarer. Auf Events sind sie sympathisch, souverän, gestriegelt bis ins Detail. Perfektes Styling. Perfektes Outfit. Haare, Make-up, Nägel. Alles wirkt mühe- & makellos. Und plötzlich entsteht dieses Gefühl, dass man selbst nicht hineinpasst. Nicht dazugehört. Nicht laut und klar genug ist. Nicht genug ist.


Was viel zu selten ausgesprochen wird: Diese Hochzeitsbubble erzeugt enorme Erwartungshaltungen. An andere, aber vor allem an uns selbst. Man glaubt, mithalten zu müssen. Optisch. Inhaltlich. Emotional. Man glaubt, bei jedem Kennenlerngespräch perfekt vorbereitet, perfekt gekleidet, perfekt hochzeitsaffin auftreten zu müssen. Und wenn man ehrlich ist, ist genau dieser Anspruch oft das, was uns blockiert. In der Sichtbarkeit. In der Positionierung. Und manchmal sogar darin, überhaupt rauszugehen.




PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer
PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer

Du öffnest Instagram und hast das Gefühl, dass alle anderen weiter sind als du.

Die eine Hochzeitsdienstleisterin ist ausgebucht (ausgebucht hat auch Facetten...) Die nächste zeigt ihr Traumpaar (oder tut zumindest so...) Wieder eine andere spricht von fünf Erstgesprächen in einer Woche (vielleicht hat sie zuvor ihre Dienstleistung zum halben Preis angepriesen...) Alle wirken klar, selbstbewusst, angekommen. Und irgendwo zwischen diesen Bildern sitzt du und fragst dich, warum es bei dir scheinbar nicht so leicht läuft. Warum es bei allen anderen funktioniert, nur bei dir nicht. Ob das alles überhaupt Sinn macht, es "gibt ja schon so viele die das selbe anbieten." Doch genau hier, fängt der Trugschluss an.


Vergleichen passiert nicht bewusst. Es schleicht sich ein. Jeden Tag ein bisschen. Im Feed. Auf Netzwerktreffen. In Gesprächen. In Portalen und bei Awards, wo Arbeit bewertet wird und man unweigerlich beginnt, sich einzuordnen. Höher, niedriger, besser, schlechter.


Und obwohl wir wissen, dass Brautpaare nicht nur eine Dienstleistung buchen, sondern den Menschen dahinter, verlieren wir genau das im Vergleich oft aus den Augen.





Ich kenne diese Gedanken sehr gut.

Vielleicht sogar besser, als mir lange lieb war. Genau deshalb habe ich mich anfangs extrem schwer damit getan, in der Hochzeitsbranche Fuß zu fassen. Nicht, weil mir Hochzeiten nicht gefallen hätten oder ich mir schwer tat, Aufträge zu bekommen, nein. Sondern weil ich dachte, ich müsste jemand anderes sein, um hier Platz zu haben. Mein eigener Kleidungsstil war schon immer eher leger, ein bisschen rockiger. Tattoos. Nasenpiercing. Plötzlich hatte ich diese absurden inneren Dialoge: Ich darf so, wie ich bin, hier eigentlich nicht sein.


Diese Gedanken haben mich lange davon abgehalten, richtig sichtbar zu werden. Ich dachte, ich müsste mich erst anpassen, bevor ich mich zeigen darf. Eine Zeit lang habe ich mich sogar gefragt, ob ich überhaupt dazugehören will zu diesen "Hochzeitsdienstleister:innen" oder ob ich es nur wegen der Aufträge mache. Und genau hier beginnt das eigentliche Problem des Vergleichens. Es entfernt uns immer weiter von uns selbst. Von unserer Art. Von unserer Sprache. Von unserer Energie. Das ist extrem anstrengend und lässt die intrinsische Motivation verkümmern. Zusätzlich entfernt es uns damit auch von den Menschen, die genau diese Art an Dienstleister:in eigentlich suchen würden.


PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer
PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer

Denn die Wahrheit ist: Brautpaare buchen keine perfekten Fassaden.

Sie buchen Menschen. Haltungen. Energien. Sie buchen das Gefühl, verstanden zu werden. Und das funktioniert nur, wenn wir uns nicht ständig an anderen messen, sondern beginnen, bei uns zu bleiben.


Vergleichen macht eng. Es lässt uns kleiner werden. Es suggeriert, dass es nur einen richtigen Weg gibt, eine richtige Optik, eine richtige Art, in dieser Branche erfolgreich zu sein. Aber das stimmt nicht. Und es war auch nie so gedacht. Jede Hochzeitsdienstleisterin bringt ihre eigene Geschichte mit. Ihre eigene Art zu arbeiten. Ihre eigene Sicht auf Hochzeit, Beziehung, Ritual und Ästhetik. Und genau darin liegt der Wert.



In der Zusammenarbeit mit mir darfst du genau dort ankommen.

Du musst nichts darstellen. Nichts nachahmen. Nichts überdecken. Du darfst so sein, wie du bist. Mit deinem Stil. Mit deinem Wesen. Mit deiner Geschichte. Meine Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Brand-Archetypen-Analyse, die in der Brand Strategie und dem Brand Design niemals isoliert betrachtet wird, sondern immer im Zusammenspiel mit deiner Zielgruppe, deinem Hochzeitsgewerk, deinem Angebot und deiner Persönlichkeit. Daraus entsteht Klarheit. Und aus dieser Klarheit entwickeln wir eine Marke, die sich nicht anfühlt wie eine Rolle, sondern wie eine Erweiterung von dir selbst.






Und ich merke immer mehr, dass es einen Raum braucht.

Einen Raum für Hochzeitsdienstleisterinnen, in dem man nicht vergleichen muss. In dem man mit seinen Struggles Platz hat. In dem man sich austauschen darf. In dem man Unterstützung bekommt, ehrlichen Input, Orientierung und Begleitung. Ein Mentoring, das Markenarbeit und Mindset verbindet. Eine Begleitung in die Sichtbarkeit, in der man nicht alleine gehen muss. Während man sich entwickelt, wächst auch die Marke. Inhalte entstehen nicht aus Druck, sondern aus Klarheit. Sichtbarkeit wird nicht zur Bühne, sondern zur Verbindung. Kein Seelen-Striptease, sondern strategische Sichtbarkeit, die trotzdem persönlich ist aber nicht privat.



Vielleicht ist genau das der Moment, an dem wir aufhören, uns zu fragen, warum alle anderen scheinbar weiter sind. Und anfangen, uns zu fragen, was eigentlich passiert, wenn wir wirklich bei uns bleiben und uns gegenseitig unterstützen anstatt zu vergleichen.




Zum Schluss:

Ich weiß noch nicht genau, was mein Angebot alles enthalten wird.

Aber meine Vision ist klar. Sie ist nur noch nicht vollständig ausformuliert. Sie braucht noch Zeit, aber auch ich muss lernen loszugehen, bevor alles zu 120 % perfekt ist.


Ich möchte einen Raum schaffen, der nicht bewertet, nicht vergleicht und nicht beschleunigt. Einen Raum für Hochzeitsdienstleisterinnen, die sein dürfen, wie sie sind. Mit ihren Fragen, ihren Zweifeln, ihren Ambitionen und damit in ihrer vollen Energie ihre Marke formen um frei und unabhängig zu werden.


Um den Teilzeit-Job endlich verlassen zu können.

Um Zeit mit der Familie frei einteilen zu können.

Um ihrer Mission und Leidenschaft folgen zu können.

Um Wertschätzung zu erfahren.

Um endlich die Anerkennung zu bekommen, die sie verdienen.


Vielleicht willst du diesen Weg ein Stück mit mir gehen. In einer Beta-Phase, in der noch nicht alles feststeht, aber vieles möglich ist. Ich bin davon überzeugt, dass es diesen Raum brauchen wird. Und dass er genau jetzt entsteht.

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