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❤️‍🔥 Warum ich zurück ins Unternehmertum gegangen bin und meinen Job gekündigt habe.

Aktualisiert: 13. Jan.

Über Sicherheit, Stimmigkeit und den Mut, die eigene Vision ernst zu nehmen.


Ich habe lange gebraucht, um diese Entscheidung einzuordnen.


Nicht, weil sie unklar war. Sondern weil sie nicht laut war. Von außen betrachtet habe ich etwas aufgegeben, das viele als Ziel sehen: einen sicheren Führungsjob als Head of Media & Production in einem wachsenden Digitalisierungs- und Automatisierungsunternehmen. Verantwortung, Struktur, Perspektive. Und trotzdem war da irgendwann diese Leere in mir.


Ich bin nicht gegangen, weil mir Sicherheit nichts bedeutet. Im Gegenteil. Ich weiß, was Sicherheit ist. Ich weiß, wie wertvoll klare Strukturen, Planbarkeit und Verlässlichkeit sind. Und ich habe sie geschätzt. Aber Sicherheit ist nicht gleich Stimmigkeit. Und irgendwann wurde mir klar, dass ich zwar grundsätzlich sicher war, aber nicht mehr ganz an dem Ort, an dem meine Energie wirklich hinwollte. Und seien wir ehrlich: Sicherheit im Job zu haben bedeutet nichts anderes, als abhängig von der Arbeitsqualität anderer zu sein.


Ich manifestierte mir Freiheit und diese sollte ich auch bekommen.

Das Universum meinte es gut mit mir, und ich habe meinem Bauchgefühl vertraut. Ich bin jedes Mal dorthin gesprungen, wo es sich am ehesten nach mir selbst anfühlte. Und siehe da: Mein 2025 entwickelte sich rasant zu einem meiner mutigsten Jahre, in dem ich das Wort Freiheit immer wieder bewusst in mein Leben gelassen habe.

Von der Fulltime-Führungskraft mit einem 20-köpfigen Team, verteilt über ganz Österreich, zurück in die Soloselbstständigkeit, von null auf hundert. Von der Montag-bis-Freitag-zweifach-Mama-Termin-Kollisions-Achterbahn zurück zu dem Moment, in dem es Mittwoch, 9:00 Uhr ist und ich entscheide, jetzt Lebensmittel einkaufen zu fahren. Weil gerade wenig los ist. Weil ich mir wertvolle Lebenszeit spare. Und weil ich währenddessen meinen Lieblingspodcast hören kann.

Von „Ein Mitarbeiter ist krank, ich weiß nicht, wie wir den Druckschluss schaffen sollen.“ zu „ICH sage euch den Liefertermin, sobald ich die Produkte in Druck gegeben habe“.


Hat hier jemand Freiheit gesagt?

Lieben wir.



PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer
PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer

Aber, was viele Unternehmertum nennen, war für mich nie eine Rolle. Kein Status. Kein Titel. Keine Selbstständigkeit im klassischen Sinn. Unternehmertum ist eine Haltung. Eine Art, Verantwortung zu übernehmen. Für Ideen. Für Entscheidungen. Für das, was man in diese Welt geben möchte. Egal ob angestellt oder selbstständig, im Herzen sind wir Unternehmerinnen, sobald wir beginnen, unser Tun nicht nur auszuführen, sondern bewusst zu gestalten und Verantwortung dafür zu übernehmen. Schwierig wird es, wenn man aus diesem Rad der Verantwortung nicht aussteigen kann, wenn man glaubt, für jeden und alles verantwortlich zu sein und jeden Tag aufs neue in einen Job geht, der einem viel zu viel abverlangt, da man seine eigenen Grenzen nicht wahrt. Ich musste dringend an mir arbeiten und das ging nur, indem ich aufhörte. Aufhörte bevor ich ausbrannte.


Der Moment, der zu dieser Entscheidung geführt hat, war kein großer Bruch.

Es war ein feines Verschieben. Ich habe gemerkt, dass ich immer öfter mehr gesehen habe, als ich umsetzen konnte. Mehr Tiefe. Mehr Bedeutung. Mehr Fragen, die nicht in Prozesse passten, sondern in Räume für Entwicklung. Nicht, weil etwas grundsätzlich falsch war, sondern weil sich mein innerer Maßstab verändert hatte und ich mich oft wie die Einzige im Raum fühlte, die mehr wollte als das nächste schnelle Projekt, effizientere Lösungen, weniger Personalkosten und mehr Automatisierung.


Unternehmertum bedeutet für mich heute nicht Wachstum um jeden Preis. Nicht mehr Tempo. Nicht mehr Sichtbarkeit. Es bedeutet, das Eigene ernst zu nehmen. Ideen nicht auf der Strecke liegen zu lassen, nur weil sie noch keinen Platz haben. Und nicht darauf zu warten, dass jemand anderes sie legitimiert. Unternehmertum beginnt dort, wo wir aufhören, uns zu erklären, und beginnen, Verantwortung für das zu übernehmen, was uns wirklich wichtig ist und was wir in die Welt tragen können, um sie mit unseren Ideen, unserer Kreativität und unseren Visionen zu bereichern.

Und genau hier liegt der Kern meiner Arbeit. Diese Kreation hilft Menschen dabei, ihre Vision nicht nur in sich zu tragen, sondern sie mit Stolz zu zeigen. Ich arbeite mit Menschen, die unfassbar gut sind in ihrem Handwerk und in ihrer Vision von Hochzeit. Was oft fehlt, ist nicht die Qualität, sondern die Übersetzung. Die Übersetzung dieser inneren Klarheit in ein Design, das trägt, erklärt und einordnet, damit potenzielle Kund:innen, in diesem Fall Brautpaare, das Angebot besser verstehen und die Dienstleister:innen r buchen können. Und das gelingt nicht zufällig. Es gelingt nicht mit Baukästen. Und es gelingt nicht mit Vorlagen.



PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer
PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer

DIY, Canva und Ki-Generierung sind schon lange nicht mehr outstanding. Nicht, weil diese Tools schlecht wären, sondern weil sie allen gehören. Jeder hat Canva. Jeder nutzt Pinterest. Jeder Dienstleister hat heute einen Social-Media-Account und lässt Texte mit KI generieren. Genau deshalb reicht das nicht mehr aus. Authentisches Design entsteht nicht aus Möglichkeiten, sondern aus Entscheidungen. Aus Haltung. Aus dem Mut, sichtbar zu werden mit dem, was man wirklich meint.

Und vielleicht ist genau das der Moment, den viele lieber überspringen würden, den auch ich selbst lange ignoriert habe. Der Moment, in dem jemand ganz beiläufig sagt: „Ach ja, meine Tochter heiratet auch.“


Ein netter Satz.

Unschuldig gemeint.

Und dann folgt die nächste Frage.


„Welche Dienstleister habt ihr denn engagiert?“

„Zeig mal die Einladung her.“

„Welcher Stil ist es denn?“

„Habt ihr auch so ein tolles Logo?“


Und plötzlich wird es still in dir.

Nicht, weil du keine Antwort hast.

Sondern weil du spürst, dass das, was du herzeigst, nicht das ist, was du eigentlich herzeigen möchtest. Du lächelst. Du schämst dich. Du erklärst. Du relativierst.


„Ja, wir haben das selbst gemacht.“

„Das war eh ganz unkompliziert.“

„Uns war das nicht so wichtig.“


Und während du sprichst, würdest du am liebsten im Erdboden versinken.

Nicht, weil es objektiv schlecht ist. Sondern weil es sich nicht nach euch anfühlt. Nicht nach eurer Vision. Nicht nach dem, was diese Hochzeit eigentlich sein sollte.

Schlechtes Design ist nicht peinlich, weil es anderen auffällt. Es ist peinlich, weil du selbst spürst, dass es unter Wert erzählt. Dass es kleiner wirkt, als es ist. Dass es nicht hält, wenn jemand genauer hinschaut. Und genau dieses Gefühl kennen nicht nur Paare. Dienstleisterinnen kennen es genauso. Dieses kurze Innehalten, wenn jemand fragt:


„Cool, selbstständig, mit was?“

„Zeig mal deine Website her.“

oder: "Hast du Instagram?“


Und du merkst, dass du lieber erklärst als zeigst. Dass du Sätze vorschiebst wie:


„Ich bin gerade am Überarbeiten.“

„Das ist noch nicht ganz aktuell.“

„Eigentlich läuft vieles über Empfehlungen.“


Nicht, weil du schlecht bist. Sondern weil dein Auftritt nicht zeigt, wie gut du wirklich bist. Wie willst du deine Leistung verkaufen, wenn du dich und deinen Auftritt am liebsten verstecken würdest.


Und bei den Brautpaaren passiert genau dasselbe.


„Die Einladung ist halt selbst gemacht.“

„Ich weiß, das schaut nicht ganz so professionell aus.“

„Aber dafür haben wir einen ganz tollen Fotografen.“

„Und sogar Sushi zur Agape.“

„Wir haben wirklich viel Geld in die Hand genommen.“


Man hört es. Und noch viel mehr spürt man es. Dieses Bedürfnis, etwas zu rechtfertigen, weil ein Teil der Hochzeit nicht trägt. Nicht, weil der Fotograf nicht großartig wäre. Nicht, weil Sushi keine gute Idee ist. Sondern weil das Erste, was man in die Hand gibt, das Erste, was etwas erzählt, nicht widerspiegelt, was diese Hochzeit eigentlich sein soll. Und dann bleibt dieser leise Zweifel im Raum, ob das alles wirklich so wertig ist, wie es gemeint war.




PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer
PHOTO CREDIT: Nicole Spernbauer

Es geht hier nicht um Perfektion.

Es geht um Stimmigkeit. Um den Mut, das, was dir wichtig ist, auch so zu zeigen. Ohne Erklärungen. Ohne Ausreden. Ohne dieses leise Zusammenziehen im Brustkorb, wenn jemand nachfragt. Gutes Design bewahrt dich nicht vor diesen Fragen. Aber es bewahrt dich davor, dich für deine eigene Vision zu entschuldigen. Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem du spürst, dass es Zeit ist, deine Geschichte nicht länger zu verkleinern, sondern sie so zu zeigen, wie sie sein soll: wertvoll, einzigartig und voller Visionen und Fülle.



Zum Schluss:

Diesen mutigen Schritt im Jahr 2025 zu wagen und von meinem sehr gut bezahlten Fulltime-Leader-Job zurück in meine Soloselbstständigkeit zu gehen, mit dem Wissen, mein gesamtes Business neu aufbauen zu müssen, war die beste Entscheidung und mein erster großer Schritt in Richtung Freiheit.


2026 werden viele weitere Schritte folgen, um auf dem Weg zu bleiben, der für mich bestimmt ist. Und ich bin schon jetzt sehr gespannt und voller Vorfreude darauf, welche mutigen und starken Frauen mich dabei begleiten werden.




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