✨ Warum Lesbarkeit die neue Sichtbarkeit ist.
- Nicole Spernbauer
- 29. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Jan.
Es gibt einen Satz, den ich in der Hochzeitsbranche immer wieder höre:„Ich bin sehr gut in meinem Service, aber ob ich gebucht werde, fühlt sich zufällig an.“
Und genau hier beginnt das Thema, über das kaum jemand spricht. Denn Sichtbarkeit ist heute nicht mehr das, was sie noch vor ein paar Jahren war. Sie entsteht nicht mehr nur durch Präsenz, Aktivität oder Lautstärke. Sie entsteht durch Verständlichkeit. Oder anders gesagt: durch Lesbarkeit.
Sichtbarkeit war lange ein Lautstärkeproblem. Heute ist sie ein Klarheitsproblem.
Viele Hochzeitsdienstleisterinnen machen „alles richtig“. Sie zeigen ihre Arbeit, posten regelmäßig, investieren Zeit, Energie und oft auch Geld. Und trotzdem bleibt das Gefühl, nicht wirklich beachtet zu werden. Nicht wirklich gewählt zu werden. Das liegt selten an mangelnder Qualität und fast nie an fehlendem Talent. Es liegt daran, dass gute Arbeit heute einordenbar sein muss, um wirken zu können.
Lesbarkeit bedeutet nicht Vereinfachung. Sie bedeutet Verortung.
Lesbar zu sein heißt nicht, sich kleiner zu machen oder sich anzupassen. Es heißt auch nicht, sich zu erklären oder zu rechtfertigen. Lesbarkeit bedeutet, dass jemand – ein Paar, eine Empfehlung, ein System – auf den ersten Blick versteht, wofür du stehst, wofür du nicht stehst und warum du eine bewusste Entscheidung bist und keine Option unter vielen. Das ist kein Marketing-Trick. Das ist Identitätsarbeit.
Die Hochzeitsbranche ist visuell überfüllt. Schöne Bilder gibt es überall. Ästhetik ist längst kein Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern Grundvoraussetzung. Was fehlt, ist Einordnung. Paare sehen hunderte Anbieterinnen, vergleichen, speichern, verlieren den Überblick. Und genau hier entscheidet sich, wer hängen bleibt. Nicht durch Lautstärke, sondern durch Klarheit.

Lesbarkeit ist das, was bleibt, wenn man dich nicht mehr aktiv anschaut.
Sichtbarkeit ohne Lesbarkeit bleibt Zufall. Lesbarkeit schafft Richtung.
Vielleicht kennst du das: Manche Anfragen fühlen sich stimmig an, andere ziehen dir Energie. Das ist kein Zufall. Das ist ein Spiegel deiner Lesbarkeit. Je klarer dein inneres Bild, desto klarer dein äußeres Echo. Nicht jede Buchung ist ein Kompliment. Aber jede stimmige Buchung ist ein Zeichen von Klarheit.
Empfehlungen entstehen heute nicht mehr nur zwischen Menschen. Sie entstehen über Texte, Websites, Plattformen, Zusammenfassungen und Systeme. Nicht, weil Technik wichtiger geworden ist, sondern weil Orientierung wichtiger geworden ist. Wer klar ist, wird genannt. Wer eindeutig ist, wird erinnert. Wer Haltung zeigt, wird empfohlen. Nicht laut, aber verlässlich.
Lesbarkeit beginnt nicht im Außen. Sie beginnt im Selbstbild.
Dein Außenauftritt kann nur so klar sein, wie dein inneres Bild von dir selbst. Solange du selbst nicht weißt, wofür du stehst, versucht dein Marketing, diese Unsicherheit auszugleichen. Und genau das erschöpft. Lesbarkeit fühlt sich nicht an wie mehr Arbeit. Sondern wie weniger Reibung.




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